INTRO

Im folgenden Essay begleite ich euch durch meine Gedanken zu dem terrestrischen Manifest im Kontext meines ersten Videos, das Sie offensichtlich nicht auf der Platform zu sehen bekommen.

Die Kernaussage Latours in seinem Manifest ist u.a. der Erzeugerprozess als zu erreichendes Ideal. Dieser Prozess setzt alle Erdverbunden im Lokalen sowie Globalen in Kontakt mit dem System Erde/ Gaia und diese koexistieren in Synthese.

Die gegenwärtige Situation ist bekanntlich eine andere. Der Kapitalismus führt nicht immer zu guten Emotionen und führt bei nicht allen zu schlechten bis furchtbaren Emotionen. Das liegt daran, dass die Abhängigkeiten im gängigen Produktionsprozess nur Mensch und Ressource beinhalten. In einem gewissen Kontext bekommt der Boden eine andere, ausbeuterische Rolle, die den lokalen Einheimischen paradoxerweise nur Leid und Elend hervorbringt. Der Boden wird durch Krieg zerstört, “eine von woanders her kommende Macht nimmt Ihnen den Boden weg”, Ressourcen werden für den Produktionsprozess ausgebeutet und das dort herrschende Klima (Klima im Sinne von materiellen Lebensumständen) ändert sich für die Kolonisierten und Zu-Kurzgekommen ins Negative – für den Westen, der meist tausende Kilometer entfernt von diesem Boden ist, ändert sich ihre örtliche Situation ins Positive und sie profitieren letztendlich von der ganzen Angelegenheit.

Solche Umstände führen zwangsläufig zu flüchtigen Menschen, die Angst, Furcht und die Rücksichtslosigkeit und Aggression der westlichen Welt sowie dem System Erde zu spüren bekommen. Solche Emotionen bekommen privilegierte Menschen wie wir, die sich meinen Text momentan auf ihrem Laptop durchlesen dürfen, nicht zu spüren. Wir haben uns vielmehr von Gewalt im Alltag verabschiedet und reagieren meist sensibel sollte es im realen Leben zu Aggression und Gewalt kommen.

Emotionen sollten sich als Endprodukt für die Menschen weltweit verbessern. Ich will damit nicht sagen, dass sie alle das gleiche fühlen sollen und dass andere Emotionen nicht in frage kommen. Vielmehr will ich, dass sich unterschiedliche Emotionen entwickeln aus einer sicheren Gesellschaft und einem funktionierenden, demokratischen System die auf einem liebens- und lebenswürdigen Boden gefühlt werden. (Das ist tatsächlich eine schwierige Frage, da wohl meine Emotionen und Gefühle, die ich erfahre, aus dem bestehenden System hervorgehen. Ich kann sie weder schlecht noch gut finden da ich andere Emotionen nicht kenne. Vielleicht sind wir dazu bestimmt uns Gedanken über bestimmte Themen zu machen; diese Frage weiter zu behandeln würde den Rahmen des Essays sprengen)

Gesellschaftliche und politische Systeme sind von dem Menschen für den Menschen gemacht, an der Stelle würde es Sinn machen ein Modell zu schaffen, das personifizierte Systeme, seien es von menschengeschaffene oder natürliche, in Dialog treten lässt, streiten lässt und die Reaktionen derer wahrnehmen kann. Anders formuliert:

Wenn ein Wirtschafts- und Politiksystem aggressiv vorgeht und radikal andere bestehende (menschliche/natürliche) Systeme angreift/tötet, wie können Menschen in diesem System leben ohne selber gefährdet zu werden?

Einfacher gesagt als getan: Systemdialoge / Systeme sollten in Synthese wirken können, um Frieden herzustellen. Und da passt das Stichwort “Dialog” ganz gut.

Wie im Manifest beschrieben sollte, um es allen Erdverbunden recht zu machen, eine Klageliste wie z.Z. der französischen Revolution entworfen werden. Es kommt gezwungenermaßen zu Interessenkonflikten die zu scheitern drohen, weil es nun mal um die ganze Weltbevölkerung und mehr geht und man sich auf Kompromisse einigen muss.

An der Stelle ist es wichtig in Krisensituationen mit charismatischen Persönlichkeiten in Kontakt zu geraten. Wie im Buch “Das Charisma-Geheimnis” von Olivia Fox Cabane beschreibt sie, dass “Menschen, die in einer Krise entschlossen und wagemutig handeln, werden als charismatisch empfunden” (S.251) In dem Buch gibt sie nützliche Hinweise, wie man sich in bestimmten Situationen in den gewünschten Gemütszustand hineinversetzt. In dem Beispiel sollte man die Realität so weit wie nötig umschreiben und nach Gründen für Positives suchen, da negative Einflüsse zu keinen positiven Handlungen führen. Deswegen sollte man charismatisch große Leistungen von den Leuten erwarten und großes Vertrauen kommunizieren.

Ein charismatischer Anführer formuliert eine mutige Vision, hat das Vertrauen in seine Fähigkeiten und denen der anderen und ist entschlossen diese zu realisieren.

Das ist schön und gut, wie kann man nun Menschenmassen motivieren nach seinem entworfenen Notfallplan zu handeln, um den Streit zwischen dem menschlichen System und und dem System Erde zu beenden? Dafür sollte man, wie einst Latour sagte, richtig predigen können und nicht nur Informationen verbreiten können. In dem Zusammenhang macht es Sinn über Religion nachzudenken oder vielleicht bietet es sich an obskurantistisch zu handeln wie die erwähnten Eliten in dem Manifest.

Diese Frage will ich nicht in diesem Essay klären, das war bisher nur mein Gedankengang bis zum Video über den Pfarrer.

Quellen: