Johanna Ziebritzki

Johanna Ziebritzki(*1992) ist Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Kulturwissenschaften und kritischer Theorie. Studiert hat sie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Momentan promoviert sie an der Universität Heidelberg am Center for Transcultural Studies. Sie arbeitet außerdem im ZKM(Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe) in der Abteilung Museumskommunikation.

Projekt reciprocal turn:

Gründerin und Herausgeberin des Online-/Offline- Magazin reciprocal turn (dt. wechselseitige Wendung)

reciprocal turn ist ein Onlinejournal für Kunst und Kunstwissenschaft. Es dient als Plattform für künstlerische Arbeiten, Essays und Rezensionen, sowie als Name, unter dem Veranstaltungen stattfinden. Der Diskurs über Rahmenbedingungen oder Kommunikation eines Onlineformat oder Onlinepräsentation ist dabei zentral.

 Auszug aus dem reciprocal turn über die Mission des Journals: 

„Der reciprocal turn basiert auf empathischem Denken über Kunst. Wir widmen unsere empathische Kunsttheorie der Frage nach dem heutigen möglichen Wert von Kunst und Kultur, ohne sie als selbstverständlich zu betrachten und gleichzeitig unerbittlich daran zu glauben. Was macht Kunst relevant? Was unterscheidet politische und kritische Kunst von therapeutischer und selbstreferenzieller Kunst? Und was unterscheidet diese künstlerischen Praktiken von anderen Praktiken? Auf welche Weise bezieht sich ein Kunstwerk auf die Kategorie „Kunst“? Definitionen dessen, was Kunst ist und wofür Kunst ist, werden immer widerlegbar sein. Kunst ist ein historisches Phänomen, das von Institutionen, Diskursen und Perspektiven abhängt. Kunst und Kultur sind wichtig. Aber wie? Und warum?

Wir behaupten unseren Willen, grundlegende Fragen zu betrachten. Anstatt zu stabilen Schlussfolgerungen zu kommen, besteht unsere Forderung darin, die Aspekte anzugehen, die wir für dringend faszinierend halten. Unsere engagierte Position ist eng mit einer kritischen, analytischen Perspektive verbunden. Der Begriff „Kultur“ wird lebendig, wenn man die reflexiven Praktiken des Individuums mit der „Welt“ verbindet, mit dem, in das es eingebettet ist, mit dem, was es produziert, wie es sich bezieht, mit seinen Ausdrucksformen. Damit sprechen wir uns dagegen aus, Kunst als leeres, lediglich wirtschaftliches Format sowie als Mittel zur gegenseitigen oberflächlichen Valorisierung zu betrachten. …

Mehrdeutigkeit verstehen wir als das Potenzial der Kunst. Es manifestiert sich in der Spannung zwischen Schönheit und Widerstand, zwischen der Kraft der Anziehung und Ablehnung, zwischen Eintauchen und kritischer Neugier. Zwischen dem Glauben an die Welt, die ein Kunstwerk schafft, und dem reflexiven Zweifel daran. Man greift ein, hält sich aber zurück. Das materielle Kunstwerk ermöglicht eine kritische Entscheidungsfindung. Das Kategorisieren und Verallgemeinern führt zu Formeln, die sich wiederum mit umfassenderen Fragen befassen können als das einzelne Kunstwerk.

Man muss sich dieses ständigen Hin und Her des Untersuchens, Analysierens und Kategorisierens bewusst sein – auch wenn dies bedeutet, niemals „anzukommen“. Aufgrund der nachdrücklichen Haltung zur Kunst hat jede Ausgabe einen anderen Schwerpunkt. Verschiedene Positionen unterschiedlicher Hersteller tragen zu ihrem Ansatz bei. Wir bauen den Rahmen, in dem wir weiter mit Formen, Medien, Konzepten spielen.“

Off-Space:

* Kann eine online Plattform ein Off-Space sein?
* Wie kuratiert man einen online Raum? Wie verhalten sich Kunstwerke, Texte und Kritiken zueinander?
* Was sind die Unterschiede in der Wahrnehmung von Kunst online und offline? Wie verändern sich die BetrachterInnenpositionen im Bezug auf Vereinzelung, Kontemplation, Sinnlichkeit?
* Welche Übersetzungsprozesse sind von offline zu online oder andersherum möglich?
* Welche Imaginations- und Referenzräume entstehen?
* Gibt es eine Rahmung, die anzeigt, dass man sich im Kunstraum bewegt?
*Welche stilistischen, formellen, unkonventionellen Möglichkeiten eröffnen sich dem online Off-Space?

http://reciprocalturn.com

https://zkm.de/de/veranstaltung/2020/05/virtuelle-eroeffnung-critical-zones

https://www.hfg-karlsruhe.de/projekte-rundgang-2018/freiheit-finden-an-erzaehlten-orten-ein-theoretischer-leckerbissen/