Michael Zürn

Michael Zürn ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er wurde 1959 in Esslingen am Neckar geboren.

Michael Zürn studierte Politikwissenschaften, Germanistik und Internationale Beziehungen an der Universität Tübingen und der Universität Denver. Seine Promotion schrieb er ebenfalls in Tübingen zum Thema Spieltheorie, Funktionalismus und internationale Politik. Zürn war eine Zeit lang an der Universität in Bremen tätig. Dort war er Direktor des Instituts für Politikwissenschaften und Mitbegründer das Sonderforschungsbereichs 597 „Staatlichkeit im Wandel“.
Seit 2004 ist Michael Zürn Direktor der Abteilung „Global Governance“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professor für Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin. Er war Mitbegründer der Hertie School of Governance in Berlin und der Berlin Graduate School for Transnational Studies an der Freien Universität Berlin.

Michael Zürn ist in verschiedenen Gremien tätig, unter anderem in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Stiftung für Friedensforschung (DSF) und dem Copenhagen Peace Research Institute (COPRI), um nur einige zu nenne.

Forschung

Die Forschung von Michael Zürn umfasst Global Governance, internationale Institutionen und politische Theorie.
Mit seinen Arbeiten zu Regimetheorie und Governanceanalyse trug er zu einer Öffnung der internationalen Beziehungen zum sozialwissenschaftlichen Institutionalismus und der Fortentwicklung eines akteursorientierten Institutionalismus bei. Er beschäftigt sich zudem mit der Rolle des demokratischen Prinzips und der Erforschung von Politisierungsprozessen und Legitimationskämpfen. Ein weiteres wichtiges Thema in seinen Arbeiten ist der Konflikt zwischen Kosmopolitismus und Kommunitarismus. Dabei setzt er sich mit der Bedeutung von Grenzen und dem immer größer werdenden Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit im Zeitalter der Globalisierung auseinander.

Publikationen

  • A Theory of Global Governance: Authority, Legitimacy, and Contestation, 2018
    Global Governance wird als politisches System rekonstruiert und die Legitimationsprobleme des Systems werden aufgezeigt. Es findet eine Identifikation der Bedingungen statt unter denen Kämpfe in diesem System zu einem Rückgang oder einer Vertiefung kommen.
  • The Struggle Over Borders: Cosmopolitanism and Communitarianism, 2019
    mit Pieter de Wilde, Wolfgang Merkel, Ruud Koopmans und Oliver Strijbis
    Es findet eine ausführliche Analyse statt wie die kulturelle und politische Globalisierung die demokratische Politik verändert. Neue Perspektiven auf den Anstieg des Populismus werden aufgezeigt.
  • Mitherausgeber des Blogs „Orders Beyond Borders“ https://ordersbeyondborders.blog.wzb.eu/
  • Mitherausgeber der Zeitschrift für Internationale Beziehungen (ZIB)

Input

Artikel zur Friedens- und Sicherheitspolitik in der EU (Seite 8 bis 17)
http://www.deutschlandundeuropa.de/78_19/frieden_sicherheit_eu.pdf

Interview mit Michael Zürn zu Kosmopolitismus und Kommunitarismus
https://www.novo-argumente.com/artikel/die_kosmopoliten_muessen_ihre_kulturelle_arroganz_ablegen

Vortrag zu Global Governance
https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExMDg4ODY/prof-dr-michael-zuern-global-governance-in-schweren-zeiten

Bild: https://www.wzb.eu/files/styles/4_column_content_lg/public/image/ipl/gg/rsz_zurn_da2016_3656_2-1.jpg?itok=lEtPDjk2, 16.04.2020