Yuval Harari – Eine kurze Geschichte der Menschheit

SKRIPT:

  • Urknall vor 13,5 Mia Jahren, 300.000 Jahre später Atome (Geschichte der Chemie), vor 3,8 Mia Jahren Organismen (Biologie)
  • Menschenähnliche Tiere vor 2,5 Mio. Jahren, verließ vor 2 Mio Jahren Ostafrika
  • Homo sapiens in Ostafrika vor ca 150.0000 Jahren
  • gab mindestens fünf andere Ausprägungen der Gattung (z.B. Neandertaler), alle nicht überlebt
  • im vgl zu Tieren ungewöhnlich großes Gehirn, kostet viel Kraft und Energie, hoher Preis, irgendwo in Mitte der Nahrungskette, erst in vergangenen 100.000 Jahren Sprung an Spitze der Nahrungskette

Harari unterteilt die Geschichte der Menschheit in vier Phasen:

1. die kognitive Revolution,ab ca. 70.000 Jahren v.Chr., Geschichte löst erstmals biologische Theorien ab

  • kognitive Fähigkeiten beim homo sapiens entwickelt: Lernfähigkeit, Gedächtnis und kommunikative Kompetenz
  • Aufbau Kulturen, Mensch begann seinen Lebensraum auszudehnen, zuerst in den Nahen Osten und dann in den gesamten Eurasischen Raum, später per Boot auch nach Australien sowie Ozeanien.
  • ersten Gegenstände, die man als Kunst und Schmuck bezeichnen kann
  • Sprache Möglichkeit, über Dinge auszutauschen, die es nicht gibt, spekulieren, Geschichten
  • mithilfe von Klatsch größere Gruppen zusammenhalten bis 150 Pers
  • nach der kognitiven Revolution in der Lage, Verhaltensweisen und Gesellschaftsstrukturen schnell zu verändern
  • mit Hilfe von Sprache entwickelte er Legenden, Mythen, Werte, Normen, Wissen, Religionen und andere Fantasieprodukte → entwickelt und festigt Kollektive/Organisationsformen, um gemeinsam komplexe Handlungen erfolgreich zu vollziehen. Grundlage für ein geregeltes Sozialverhalten und für die Dominanz des Homo sapiens im Ökosystem.
  • im Laufe der Zeit verdrängte der Homo sapiens alle anderen Menschenarten, wobei die Wissenschaft die Einzelheiten dieses Prozesses, der vor ca. 50.000 Jahren endete, noch nicht abschließend geklärt hat. Bei der Ausdehnung seines Lebensraums verursachte der Jäger und Sammler ein großes Artensterben insbesondere in der Tierwelt. Schon damals hielt der Homo sapiens den traurigen Rekord als dasjenige Lebewesen, welches das Aussterben der meisten Tier- und Pflanzenarten verantwortet.
  • Jäger und Sammler: erste Wohlstandsgesellschaft, lebten besser als die meisten Menschen in Agragr-/Industriegesellschaften, für sich genommen die klügsten und geschicktesten Menschen der Geschichte, Sapiens-Gehirn mit der landwirtschaftlichen Revolution geschrumpft, wurden tatsächlich bis zu 60-80 Jahre alt, aber hohe Kindersterblichkeit

2. die landwirtschaftliche Revolution, ab ca. 10.000 Jahren v. Chr.

  • Homo sapiens wird sesshaft, Ackerbau, Wildtiere, Viehzucht, feste Siedlungen
  • lange als großer Sprung für die Menschheit verkauft, Gesamtmenge Nahrung nahm zwar zu (mehr Menschen können ernährt werden)
  • liefen in eine Falle, viele Nachteile: schlechtere Ernährung (nicht mehr ausgewogene Kost, Hungersnöte), wesentlich mehr und ungewohnt harte Arbeit, Körper für solche Arten vollkommen ungeeignet, Zunahme von Krankheiten, Bevölerungswachstum (mehr Kinder müssen ernährt werden), Drang nach Wohlstand – verwöhnte Elite, unsichereres Leben, konnte nicht ausweichen falls von Feind bedroht
  • Glaube an Zukunft, nach einigen Generationen vergessen, dass Leben früher eindeuitg angenehmer war
  • der Mensch entwickelte die Vorratshaltung wegen Unsicherheiten der Ernte. Besitz führte bei Dritten zu Begehrlichkeiten, System von Herrschern und Eliten, um die Bauern zu schützen oder auszurauben. Die Eliten häuften Reichtümer an und bildeten Herrschaftsbereiche. Sie festigten ihre Systeme durch kulturelle oder religiöse Ordnungen, an die alle glaubten (z.B. Kodex Hammurabi Babylon), es entstanden hierarchische Strukturen
  • Hilfsmittel Schrift, zur Organisation eines besseren Zusammenlebens: sumerische Schrift für Zahlen und Daten 3000 Vchr

3. die Vereinigung der Menschheit, ab ca. 800 v. Chr.

  • einzelne Kulturen vereinnahmen andere Kulturen ganz oder teilweise
  • Grundlage dieses Prozesses: Ordnung des Geldes, die Ordnung der Imperien und die Ordnung der Weltreligionen (Händler, Eroberer und Propheten)
  • Geld hat den Handel gegenüber der Tauschwirtschaft wesentlich effizienter gemacht, es erleichtert die Aufbewahrung von Vermögen und es ermöglicht den Transport von materiellen Werten. Fantasieprodukt: „Vertrauen ist der Rohstoff, aus dem Münzen geprägt sind.“
  • Imperien vereinigen unterschiedliche Kulturen unter einem Dach und schaffen dabei eine eigene dominierende Kultur, die sich auch nach Untergang des Imperiums weiterentwickelt.
  • Religion ist die dritte große Kraft, die zur Einigung der Menschheit beitrug. Sie nimmt Bezug auf eine übermenschliche Ordnung und gibt in Form von einheitlichen Werten und Normen einer Ordnung ein stabiles Fundament.

4. die wissenschaftliche Revolution, ab 1500 n. Chr.

  • Mensch erkannte, dass man durch Forschung und neue Technologien zu Macht, Ruhm und Reichtum kommen kann.
  • mit wissenschaftlicher Revolution Fortschrittsgedanke: Menschheit ganz lang in Stillstand gefangen, weil kein Zukunftsglaube und keine großen Kredite, Geld in Paläste investiert, statt zurück in Wirtschaft
  • Treiber dieser Entwicklung waren der Imperialismus und die Entstehung des Kapitalismus. Wissenschaft und Imperium eng verknüpft: Eroberungen nur wegen Kapitalismus, deshalb hat China z.B. nie eine nennenswerte Expedition gestartet
  • Es entstanden Finanzmärkte, die im Vertrauen auf gewinnbringende Wachstumsaussichten die wirtschaftliche Entwicklung beschleunigten. Durch medizinischen Fortschritt erhöhte sich die Lebenserwartung. Die Zahl der Menschen auf unserem Planeten ist im Zuge der wissenschaftlichen Revolution von ca. 500 Mio. im 16. Jahrhundert auf über 7,5 Mrd. gestiegen.
  • Die industrielle Wirtschaft hat das Problem des Mangels gelöst und heute durch die Ethik des Konsums ersetzt. Die Folgen sind Umweltzerstörung, die Auflösung des Familienverbunds, ein steigender Einfluss des Staats auf das Individuum und das Entstehen von erfundenen Gemeinschaften (z.B. Nationen).
  • Harari geht der Frage nach, ob der Mensch heute glücklicher ist, und stellt fest, dass Glück vor allem eine Funktion der Biochemie und nicht der äußeren Umstände ist.
  • mit großer Sorge bewertet Harari die Gentechnik, da sie anstelle der natürlichen Auslese gottgleich das intelligente Design von Lebewesen stellen kann und der Mensch keinen Plan hat, was er mit diesem Wissen machen soll